Erhard Schütz
Güner Yasemin Balcin im Literaturforum im Brecht-Haus
28.02.2015 18:32:02

Am Dienstag, dem 3. März, um 20 Uhr moderiere ich die ebenso charmante wie engagierte Güner Balcin mit ihrem neuen Buch Aliyas Flucht, das von den Problemen derer handelt, die zwangsverheiratet werden sollen, und dere, die ihnen helfen wollen.
Und zwar wie seit längerem im Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125.
Der Eintritt kostet 5 Euro.
Es empfiehlt sich, nicht erst um fünf nach acht da zu sein.

Hier der Ankündigungstext:
Güner Yasemin Balci ist in Neukölln als Kind von türkischen Arbeitsmigranten aufgewachsen. Sie hat Erziehungs- und Literaturwissenschaften studiert und war, bevor sie 2009 freie Autorin wurde, Journalistin beim ZDF. Seit ihren sehr erfolgreichen Büchern Arabboy und ArabQueen gehört ihr Engagement der Befreiung islamischer Mädchen aus den unerträglichen, religiös verbrämten, familialen und Clan-Zwängen. Ihr jüngstes Buch Aliyas Flucht dokumentiert auf höchst eindrückliche Weise die unfaßbaren Schwierigkeiten, aber auch die Hoffnungen, den jungen Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Und hier, was ich im Magazin dazu geschrieben hatte:
Die Kurdin Aliyah liebt einen Christen, der obendrein Grieche ist. Sie versteckt sich. Denn die Familie verfolgt sie. Auch andere, die darin eine dubiose Ehre beschmutzt sehen. Die Jungs, wollen sie nicht Verräter und „Opfer“ sein, müssen mitmachen. Andere, wie Güner Balci, versuchen Aliyah nach Kräften zu helfen. Das ist äußerst schwierig. Denn immer wieder werden in ähnlichen Fällen geheime Daten weitergegeben, teils erpresst, teils aus Nachlässigkeit, einmal sogar, weil die Schwester der dann ermordeten Arzu in der Verwaltung arbeitete. Unprätentiös, ebenso klar wie aufrichtig wirkt diese exemplarische Falldarstellung, in die viele weitere miteingewoben sind, etwa von Cidgdem, die von ihrem Mahmoud, weil sie sich ungern ständig in den Hintern vögeln lassen wollte, „freigegeben“, vergewaltigt und damit zur „Hure“ gemacht wurde. Alle diese Geschichten stimmen wenig optimistisch. Andererseits macht es Hoffnung, daß diejenigen, die sich für veränderte Verhältnisse einsetzen, mehr werden. Doch Güner Balcin schreibt auch: „Wer Angst vorm Islam hat, weil er in ihm, so wie er auch in Deutschland von Verbandsfunktionären und Imamen gelehrt wird, einen Angriff auf die freiheitlichen Grundrechte und vor allem einen großen Widerspruch zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sieht, der hat durchaus Grund dazu.“

Herzlich grüßend und wünschend,
Erhard Schütz




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